LKW Platooning

Lkw-Platooning, was ist das?

 

Im April 2016 starteten von München aus mehrere MAN-Lkw mit Ziel Rotterdam. Ebenso fuhren Daimler-Lastwagen von Stuttgart und Scania Laster aus Schweden los, um den größten Hafen Europas an der Atlantikküste der Niederlande zu erreichen. Das wäre an sich nichts Besonderes, denn Lkw starten täglich zu Tausenden mit Ziel Rotterdam. Doch bei diesen Kolonnen handelte es sich um einen groß angelegten und von der holländischen Regierung initiierten Feldversuch. Es geht darum zu testen, ob Lkw-Platooning funktioniert.

Noch war dieser Feldversuch nur unter eingeschränkten Bedingungen möglich, denn bisher dürfen Lastwagen auf Europas Straßen nicht autonom fahren, doch worum geht es eigentlich? Lkw-Platooning bdeutet die Vernetzung von Lastkraftwagen untereinander und gleichzeitig mit weiteren Stellen wie der Spedition oder Zollbehörden. Auf der Autobahn können sich hintereinander fahrende Lkw quasi zusammenschalten, wobei das vorderste Fahrzeug die Geschwindigkeit und das Bremsen vorgibt. Durch die automatischen Systeme werden alle Manöver des Ersten in der Kolonne von den dahinter fahrenden fast zeitgleich übernommen. So können die vorgeschriebenen Abstände zwischen den Lkw erheblich reduziert werden. Das schafft Platz auf der Straße und spart zudem viel Kraftstoff. Die Fahrer selbst besitzen nur noch Kontroll- und Überwachungsfunktion. Lenken, Gas geben oder Bremsen erfolgt über die Autonomie-Systeme der Fahrzeuge.

 

Kommt das Lkw-Platooning?

Im Grunde steht ihm nicht mehr viel im Wege. Zumindest nicht aus technischer Sicht. Politisch und auch rechtlich sind hier für den europaweiten Einsatz noch einige Hürden zu nehmen. Auch müssen sich die Lkw-Hersteller auf ein gemeinsames System einigen, damit sich Fahrzeuge unterschiedlicher Marken miteinander vernetzen können. Das ist aktuell noch nicht ganz ausgereift.

Hinsichtlich der Tatsache, dass sich der Güterverkehr auf der Straße in den kommenden Jahren verdreifachen wird, müssen Lösungen her, die den verschiedenen Anforderungen gerecht werden. Das Lkw-Platooning ist hierbei eine durchaus vernünftige Technik, zumindest für einen Teil der Verkehrsführung. Was im Übrigen bei Lkws funktioniert, geht genauso bei Transportern von Kurierdiensten oder KEP-Diensten, die im Paketdienst den wesentlich größeren Anteil am Verkehrsaufkommen ausmachen.

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